Esdaile-Zustand
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Esdaile-Zustand
Der Esdaile-Zustand (engl: "Esdaile state") ist ein durch den amerikanischen Hypnotiseur Dave Elman beschriebener Zustand der Hypnose.
Er wird auch als "hypnotisches Koma" und "coma state" bezeichnet, jedoch zog Elman die Bezeichnung Esdaile-Zustand vor, da trotz der Bewegungslosigkeit das Bewußtsein erhalten bleibt.
Die Bezeichnung Esdaile-Zustand rührt von einem britischen Chirurgen und Anhänger des Mesmerismus, James Esdaile her, der in Indien zahlreiche Operationen allein unter hypnotischer Anästhesie ausführte und dabei laut Elman einen Zustand mit charakteristischen Eigenschaften beobachten konnte, in welchen viele seiner Patienten während der durch Menscmersche Streichungen induzierten Hypnosen kamen.
Die besonderen Merkmale des Zustandes sind nach Elman Euphorie, völlige Bewegungsunfähigkeit, spontane (d.h. unsuggerierte) vollständige Anästhesie, sowie Katalepsie, die Elman als "catatonia" (Katatonie) bezeichnet.
Auch wenn man in diesem Zustand seinen Willen vollständig behalte und nichts tue, was man nicht wolle, so seien die Muskeln doch so entspannt, daß man sich in ihm nicht bewegen könne, so Elman. Man sei aber in der Lage, ihn jederzeit selbst zu beenden, was man aber wegen des intensiven Glücksgefühles oft lange gar nicht wolle.
Elman war der Auffassung, daß der Esdaile-Zustand insbesondere für die Anästhesie von großem Nutzen sei, etwa für schmerzfreie Entbindungen. Er sei bei vielen Menschen innerhalb weniger Minuten zu induzieren, so daß er im medizinischen Betrieb praktisch anwendbar sei.
Entsprechend den Empfehlungen Elmans wird der Zustand induziert, indem man dem Subkejt erklärt, daß es einen absoluten Grund und Tiefpunkt der Entspannung ("the very bottom of relaxation") gebe.
In diesen wird Hypnotisand durch mehrere Schrite geführt, indem er gebeten wird, einen Aufzug zu imaginieren, der über verschiedene Etage schließlich den Grund der Entspannung erreicht.
Das Verfahren, mit dem das Erreichen dieser Verfassung sichergestellt werden soll, besteht darin, daß ohne vorherige Suggestion Anästhesie und die vollständige Entspannung größerer und kleinerer Muskelgruppen getestet werden. Die absolute Entspannung zeigt sich in vollkommener Bewegungslosigkeit. Wer sich im Esdaile-Zustand befindet und versuchen soll die Augen zu öffnen, bei dem läßt sich nicht einmal das Zucken von Muskeln beobachten. Zuletzt wird die "Katatonie" (eigentlich Katalepsie) getestst, bei der Gliedmaßen von alleine schwebend in der Haltung bleiben, in welche der Hypnotiseur sie bringt. Wenn alles Tests in dieser Reihenfolge erfolgreich waren, dann ist nach Elman der Esdaile-Zustand erreicht worden.
Kritik
Es ist nicht ganz klar, inwieweit die von Elman geschilderten Charakteristika tatsächlich einen eigenen Zustand konstituieren. Elman selbst erwähnt, daß sich duch den "hypnosleep" sogar eine noch bessere Anästhesie als im Esdaile-Zustand erreichen lasse, was darauf hindeutet, daß die Anästhesie in diesem dann offenbar doch nicht immer vollständig ist. Auch bleibt die Frage offen, wie sich dieser Zustand zu anderen besonders tiefen hypnotischen Zuständen verhält, etwa solchen, bei denen der Hypnotisierte ein Bewußtsein von Einheit erlangt und typische andere Erfahrungen macht, wie sie teilweise von Meditierenden her bekannt sind. Bei solchen hypnotischenZuständen, wie sie beispielsweise auch durch den Hypnose-Weissenschaftler E.R. Hilgard beschrieben werden, kommt es ebenfalls zu einer psychomotorischen Verlangsamung und Hemmung, ohne daß aber eine völlige Bewegungslosigkeit eintreten müßte. Ähnlich wie Hilgard beschreibt auch M.H. Erickson eine "stuporöse Trance".
Quelle
Dave Elman: Hypnotherapy
